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»Lila Bäcker« will über 70 Filialen schließen

2700 Beschäftigte stehen bei der Kette in Lohn und Brot

  • Von Hagen Jung
  • Lesedauer: 2 Min.

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Mit einem freundlichen Lächeln überreicht die Verkäuferin ihrer Kundin ein Stück Kuchen; im Hintergrund machen Brötchen und eine Auswahl verschiedener Brote Appetit. Mit diesem Bild wirbt die Kette »Lila Bäcker«, auch unter dem Namen »Unser Heimatbäcker« bekannt, auf ihren Seiten im Internet. Eine Szene, die es zu einem noch unbestimmten Datum nicht mehr überall geben wird, wo das Unternehmen zurzeit noch präsent ist. Im Januar hatte es wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Hintergrund: Der Umsatz war innerhalb von zwei Jahren von 142 auf 129 Millionen Euro gesunken.

Abgewickelt wird das Verfahren seit Anfang April als »Insolvenz in Eigenregie«. Dabei bleibt die Geschäftsführung am Ruder, ihr zur Seite steht ein vom Gericht eingesetzter Rechtsanwalt als »Sachwalter«. Bei solch einem Vorgehen wird der Erhalt des Betriebes angestrebt, die Insolvenz kann zum Sanierungsprozess werden. In dessen Verlauf wollen die »Lila Bäcker« zwischen 70 und 75 ihrer derzeit rund 400 Filialen dicht machen.

Exakt 76 Geschäfte sollen betroffen sein, 36 davon in Mecklenburg-Vorpommern und 40 in Brandenburg sowie Berlin. So zitiert die »Ostseezeitung« Mitarbeiter des in Pasewalk im Kreis Vorpommern-Greifswald ansässigen Unternehmens, das eines der größten der Branche in Deutschland ist. Laut einer unbestätigten Information aus dem Kreis der Beschäftigten werde auch erwogen, die Produktionsstätte des »Lila Bäcker« im brandenburgischen Dahlewitz zu schließen. Dort sind zurzeit rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Insgesamt stehen 2700 Frauen und Männer bei der Kette in Lohn und Brot.

Wird sich diese Zahl durch die Aufgabe der Filialen verringern? Droht den Menschen, die dort noch hinter der Theke stehen, die Arbeitslosigkeit? Derartige Befürchtungen gibt es in der Belegschaft durchaus, zumal sie schon im vergangenen Jahr miterleben mussten, dass etwa 200 Kolleginnen und Kollegen entlassen worden waren. Der Grund dafür: »Lila Bäcker« hatte Betriebsstätten in Pasewalk und Gägelow (Kreis Nordwestmecklenburg) aufgegeben. Wie die Zukunft des Unternehmens aussehen könnte, soll ein Plan zu seinem Fortbestand aufschlüsseln. Bis zum 13. Mai haben die Bäcker nun Zeit, ein solches Konzept vorzulegen.

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