Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Neu: Verbot von Einmal-Plastikprodukten

Die EU sagt dem Plastikmüll den Kampf an

  • Lesedauer: 3 Min.

Was wurde beschlossen?

Einwegprodukte, für die es umweltfreundlichere Alternativen gibt, müssen spätestens ab 2021 vom Markt genommen werden. Dazu gehören Wattestäbchen, Plastikteller, Plastikbesteck, Trinkhalme und Luftballonstäbe. Ab 2024 dürfen Getränkebehälter aus Kunststoff nur vertrieben werden, wenn die Verschlüsse und Deckel am Behälter befestigt sind.

Der Verbrauch von Einwegprodukten soll also deutlich reduziert werden?

Ja, der Verbrauch von Einwegprodukten, für die es bislang keine nachhaltigere Alternative gibt, soll spürbar reduziert werden. Das gilt etwa für Trinkbecher und Lebensmittelverpackungen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen deshalb entsprechende Maßnahmen erlassen.

Was ist mit der Kennzeichnungspflicht?

Einwegprodukte mit einem gewissen Kunststoffgehalt müssen gekennzeichnet werden. So sollen für bestimmte Produkte, etwa Trinkbecher, Hygieneeinlagen, Feuchttücher oder Luftballons, Kennzeichnungen mit Hinweisen für eine möglichst umweltschonende Entsorgung vorgeschrieben werden.

Wie sieht es mit der Verantwortung der Hersteller aus?

Hersteller aller Produkte, die von der Richtlinie betroffen sind, sollen an den Kosten für Reinigungsmaßnahmen, Öffentlichkeitskampagnen und das Abfallmanagement im Zusammenhang mit ihren Produkten beteiligt werden. So soll die Tabakindustrie die Kosten für öffentliche Sammelsysteme für Zigarettenstummel übernehmen.

Sind verbindliche Ziele für das Recycling vorgesehen?

Ja, die Richtlinie nennt verbindliche Ziele für die Verbesserung der Mülltrennungsquote. So sollen bis 2025 mindestens 77 Prozent aller Einwegplastikflaschen im korrekten Müllcontainer landen, bis 2029 mindestens 90 Prozent. Zudem sollen neue PET-Plastikflaschen 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Plastik bestehen. Bis 2030 soll diese verbindliche Vorgabe auf 30 Prozent angehoben werden.

Welche Maßnahmen sind bereits in Kraft?

Die EU-Kommission hatte 2015 einen Strategieplan zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft vorgestellt. Darauf folgte beispielsweise die Plastiktüten-Richtlinie von November 2016, die vorsieht, die Nutzung von Einweg-Plastiktaschen zu verringern. In Deutschland verpflichtete sich der Handel daraufhin, die kostenlose Abgabe von Plastiktüten einzuschränken.

Wie viel Plastikmüll wird momentan produziert?

Den Zahlen der EU-Kommission zufolge fallen in Europa jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Mit 37,4 Kilogramm pro Einwohner produziert Deutschland deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von 31,1 Kilogramm pro Einwohner. EU-weit wird weniger als ein Drittel des entsorgten Plastiks recycelt.

Was passiert mit dem Rest?

Der übrige Abfall wird verbrannt oder eingelagert oder ins Ausland exportiert, und zwar zu 85 Prozent nach China.

Wie wirkt sich Plastik auf die Umwelt aus?

85 Prozent des Plastikmülls landet im Meer, jährlich rund acht Millionen Tonnen. Die Hälfte davon sind Einwegprodukte. Für Pflanzen und zahlreiche Meeresbewohner wie Wale, Delfine, Robben oder Seevögel stellen die Plastikpartikel eine Bedrohung dar. AFP/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln