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Gesündere Lebensmittel im Einkaufskorb

Haushalte mit geringem Einkommen profitieren in Frankreich am meisten vom Einkauf mit Nutri-Score-Orientierung

  • Von Eric Breitinger
  • Lesedauer: 2 Min.

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Nutri-Score-Ampel: Gesündere Lebensmittel im Einkaufskorb

Wie viele Unternehmen benutzen in Frankreich die Nutri-Score-Ampel?

Über 110. Sie machen 20 Prozent des Marktes aus. Darunter sind Produzenten wie der Konservenhersteller Bonduelle sowie Supermärkte wie Intermarché, Auchan oder Leclerc. Macht ein Unternehmen mit, muss es all seine Produkte kennzeichnen. Rosinenpickerei dulden wir nicht. Für die Umstellung hat die Firma zwei Jahre Zeit. Auch in Belgien und Deutschland kennzeichnen einige Firmen Lebensmittel mit Nutri-Score.

Welche Bilanz ziehen Sie bis jetzt?

Die Ampel ist ein sehr guter Weg, um Konsumenten zu helfen, bewusst gesündere Lebensmittel auszuwählen. Sie bringt Hersteller dazu, ihre Rezepturen anzupassen und gesündere Fertigprodukte herzustellen. Etwa indem sie weniger Zucker in ihre Joghurts mischen als bisher.

Auf jeder Tiefkühlpizza oder jedem Schoko-Riegel steht heute bereits, wie viel Kohlenhydrate, Fett und Vitamine in dem Produkt stecken. Reicht das nicht?

Die Kennzeichnung ist zu kompliziert. Stehen Sie vor dem Supermarktregal, müssten Sie alle Nährwertdeklarationen miteinander vergleichen und verstehen. Beim Ampelsystem hat man mit einem Blick Klarheit.

Aber kaufen Konsumenten wegen der Ampel wirklich gesünder ein?

Ja. Wir haben zum Beispiel das Einkaufsverhalten von rund 300 000 Kunden in über 60 Supermärkten beobachtet. Nutri-Score war das effektivste Deklarationssystem. Sind die Produkte so gekennzeichnet, enthält der Einkaufskorb im Durchschnitt mehr gesündere Lebensmittel als normalerweise. Haben Konsumenten bei einem Produkt die Wahl, kaufen sie das mit weniger Salz und Fett. Das Ampelsystem zeigte die beste Wirkung bei Haushalten mit dem geringsten Einkommen.

Kontrolliert der Staat, ob die Unternehmen die Ampel korrekt verwenden?

Ob ein Lebensmittel ein A oder E bekommt, ergibt sich aus den Zutaten, die auf der Verpackung stehen müssen. Der Berechnungsschlüssel ist frei verfügbar. Jeder kann das prüfen, dafür gibt es Apps für das Smartphone wie »Open Food Facts«. Für Konzerne ist es riskant zu schummeln.

Aber Unternehmen, die vor allem ungesunde Produkte anbieten, können einfach nicht mitmachen.

Uns wäre eine obligatorische Lösung lieber gewesen als die jetzige. Die EU hat das aber im Jahr 2010 verboten - auch aufgrund der massiven Lobbyarbeit der Lebensmittelindustrie. Die Verbraucher sind die Schiedsrichter. Sie könnten Produkte ohne Ampel einfach nicht mehr kaufen.

Warum machen in Deutschland bisher nur Danone und Iglo mit?

Sie sind Vorreiter. Ich hoffe, dass die deutsche Regierung - wie die französische und vor kurzem auch die belgische Regierung - offiziell das Ampelsystem unterstützt. Dann werden weitere Unternehmen folgen.

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