Elegie auf einen Gehetzten

Keine rüde Blutsudelorgie: Gonzalo Galgueras »Dracula« in Magdeburg

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Dunkles Blech ertönt, auf der Leinwand kriechen Wanderwolken, formen sich zu Bildern, Gestalten, hohläugigen Wesen, die sich im Nebel sofort wieder auflösen. Vor den verschatteten Videos verabschiedet sich ein junges Paar: Der Mann, Jonathan Harker, muss verreisen, sie, seine Braut Mina Murray, sorgt sich. In einer schroffen Kristallwelt kommt er an, erwartet vom unter Stoffen verhüllten Kutscher und gewarnt von ängstlichen Dorfbewohnern. Dann trifft Rechtsanwalt Harker auf seinen Klienten: in einem weit nach hinten sich dehnenden Schloss, dessen Bögen drohend lasten und das eine gewaltige Apsis beschließt. Großartig dies Bühnenbild von Darko Petrovic! Es schafft die rechte gespenstische Atmosphäre für ein Ballett um den legendären Dracula. Seit Bram Stokers 1897 publiziertem Roman geistert der wohl berühmteste Vampir der Weltgeschichte über Bühnen, durch Filme und Opern. Auch Magdeburgs Ballettdirektor Gonzalo Galguera zeigt sich ange...

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