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Schülerprotest gegen Mathe-Abitur

Die Aufgaben seien zu schwer, sagen Abiturienten und starten Petitionen

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 3 Min.

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Mathe als Prüfungsfach gewählt zu haben, erscheint vielen Abiturienten als Fehler. Denn die Aufgaben scheinen in diesem Jahr besonders schwer gewesen zu sein. Geradezu unverhältnismäßig schwer, beschweren sich Abiturienten über die am Freitag abgelegten Prüfungen.

Am Wochenende starteten Schüler in mehreren Ländern Petitionen an die Kultusministerien, um eine angemessene Bewertung einzufordern. »Wir Abiturienten bitten darum, den Notenschlüssel des Mathematik-Abiturs in Bayern 2019 zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen«, heißt es in einer Petition von bayerischen Schülern. Die Aufgabenstellungen seien vorher kaum bekannt gewesen, heißt es zur Begründung.

Tatsächlich scheinen die Schwierigkeitsgrade in den Prüfungen zu variieren. Das Abitur von 2018 sei »ein Witz« im Vergleich zu den diesjährigen Aufgaben gewesen, erklärte die Münchner Mathelehrerin Bettina Cornean gegenüber dem »Münchner Merkur«. Cornean findet es unfair, wenn das Bestehen der Abi-Prüfung vom Jahr der Einschulung abhänge. In dem einen Jahr hätten die Schüler Glück und schreiben eine leichte Prüfung, im anderen müssten sie um die Note bangen.

Die Kultusminister der Länder bemühen sich seit Jahren darum, das Abitur bundesweit zu vereinheitlichen. Im Fach Mathematik gebe es einen bundesweiten Aufgabenpool für die Prüfungen, erklärte eine Sprecherin des bayerischen Kultusministeriums dem »nd«. Viele Ministerien verwenden sowohl länderspezifische als auch allgemeine Aufgaben.

Die Beschwerden haben rasch eine bundesweite Dimension erreicht. Es gibt Petitionen in zehn Bundesländern, die bereits Zehntausende unterzeichnet haben. Entsprechend hohe Wellen schlägt die Diskussion.

Die bayerische Landtagsfraktion der SPD appellierte an das Kulturministerium, die Beschwerden ernst zu nehmen. Die Aufgaben müssten noch einmal gewissenhaft geprüft und gegebenenfalls die Notenschlüssel gesenkt werden. Der bayerische Lehrerverband stimmt darin überein, dass die Prüfungen in diesem Jahr besonders schwer gewesen seien. Über eine Bewertung sollte noch einmal geredet werden, schlug die Vorsitzende Simone Fleischmann vor - aber erst, wenn die Ergebnisse vorlägen.

Auch die LINKE im saarländischen Landtag fordert eine Überprüfung. »Der Vorwurf, dass in der Prüfung Aufgaben auftauchten, die nicht Gegenstand des Unterrichts waren, muss aufgeklärt werden«, sagte die bildungspolitische Sprecherin Barbara Spaniol. »Gegebenenfalls muss auch das Verfahren zur Auswahl von Abituraufgaben auf den Prüfstand.« Sie kündigte an, das Thema noch einmal im Bildungsausschuss zu besprechen.

Dass es in der Abiprüfung Inhalte gegeben habe, die nicht im Lehrplan stehen, bestreitet dagegen Florian Borges, Fachgruppenleiter Mathematik im bayerischen Philogenverband. »Viele Kollegen vor Ort teilen die Einschätzung, dass es insgesamt eine sehr faire Aufgabenstellung war. Insofern sind wir überrascht, dass es jetzt eine solche Reaktion gibt.«

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