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  • Berlin
  • Befreiung vom Faschismus

Ins Herz der Überlebenden

In Berlin und Brandenburg wird an die Befreiung vom Faschismus vor 74 Jahren erinnert

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 3 Min.

Die »Mutter Heimat« ist ein Symbol. Die Statue im Treptower Park steht sinnbildlich für die millionenfache Trauer um die im Kampf gegen die Nationalsozialisten gefallenen sowjetischen Rotarmist*innen. Etwa 7000 von ihnen sind in der Anlage am Treptower Ehrenmal in Berlin bestattet, an deren Eingang die »Mutter Heimat« steht. Ihre Schändung mit schwarzer Farbe, die am Sonntag von einer Spaziergängerin entdeckt wurde, zeige, so Markus Tervooren von der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), was und wen »die nationalistischen Täter*innen« treffen wollten: »die Herzen der Überlebenden des deutschen Faschismus, die noch lebenden sowjetischen Soldat*innen, die an der Befreiung Berlin und Deutschlands beteiligt waren, die Angehörigen der dort begrabenen 7000 sowjetischen Soldaten«.

Gerade jetzt, so der Geschäftsführer der Berliner VVN-BdA, gelte es, Zerstörungswut und Geschichtsrevisionismus entgegenzutreten und den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung vom Faschismus und ersten Tag des Friedens zu verteidigen. Er ist ein Feiertag, an den in Berlin und im Land Brandenburg mit vielen Veranstaltungen gedacht wird. Am Sowjetischen Ehrenmal in Pankower Ortsteil Buch (Wiltbergstraße) findet um 10.30 Uhr eine Kranzniederlegung der antifaschistischen Gruppe North East Antifa (NEA) sowie der VVN-BdA, der LINKEN und der Kommission für Bürgerarbeit Pankow statt. Am Nachmittag um 17 Uhr wird es dann eine Gedenkveranstaltung mit Musik und Redebeiträgen geben. Für das Treptower Ehrenmal rufen die Initiative Antifaschisten Treptow und die VVN-BdA Treptow für 18 Uhr zur Kranzniederlegung auf.

Der Bezirk Lichtenberg richtet ebenfalls am 8. Mai verschiedene Veranstaltungen aus. Um 13.30 Uhr wird es eine Kranzniederlegung am Gedenkort Erlöserkirche in der Nöldnerstraße 43, um 13.45 Uhr am nah gelegenen Gedenkort Nöldnerstraße geben. Um 14 Uhr werden an der Gedenkstele »Arbeitserziehungslager« Wuhlheide, Am Tierpark 135 (nahe der Eisenbahnbrücke), feierlich Kränze abgelegt, ebenso an den Stelen am Fennpfuhl zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeitslager. Um 17 Uhr findet die Zentrale Gedenkveranstaltung für Lichtenberg am Sowjetischen Ehrenmal in der Küstriner Straße, Ecke Reichenberger Straße in Hohenschönhausen statt.

Ein »Toast auf den Frieden« wird um 22 Uhr im Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst ausgebracht. Am Donnerstag, den 9. Mai, wird am Treptower Ehrenmal von 14 bis 22 Uhr das alljährliche Fest der VVN-BdA zum 74. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus gefeiert.

In Potsdam wird der 8. Mai unter dem Motto »Eine Blume für jedes Rotarmisten-Grab« zentral am Sowjetischen Ehrenfriedhof auf dem Bassinplatz begangen. Das Gedenken an die 680 hier beigesetzten Rotarmisten stehe, so die Einladenden von Stadt und Zivilgesellschaft, »stellvertretend für die über 27 Millionen im Zweiten Weltkrieg umgekommenen Sowjetbürger«. Im brandenburgischen Teltow wird an den Sowjetischen Ehrenmalen auf dem Friedhof am Weinbergsweg um 17 Uhr und auf dem Friedhof Samatenweg in Ruhlsdorf gegen 17.30 Uhr des 8. Mais 1945 gedacht. Bleibt zu hoffen, dass alle Veranstaltungen ohne Störung von rechten und nationalistischen Täter*innen stattfinden können.

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