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Steglitz, Schloßstraße 127

Von Kriegerwitwen und Kriegskindern - Die Geschichte einer Hausgemeinschaft in Berlin

  • Von Vera Seidel
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Das Haus steht nahe am Walter-Schreiber-Platz, ein typisches Berliner Mietshaus aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts: dreistöckig, Vorderhaus, Seitenflügel, großer Hof und Hinterhaus. Im ersten Stock bin ich nach dem Krieg aufgewachsen. Unsere Wohnung bestand aus eineinhalb Zimmer, Bad und Ofenheizung. Das halbe Zimmer teilten sich meine Mutter und ich, im Wohnzimmer schliefen meine Großeltern. Meinen Vater habe ich nicht kennengelernt. Und auch er nicht mich. Er erfuhr zwar noch von meiner Geburt, an der Ostfront. Er ist wohl kurz darauf umgekommen, vermutlich in der Panzerschlacht am Kursker Bogen. Jedenfalls galt er seitdem als vermisst.

Neben uns wohnte Familie Müller. Ihre Tochter Monika war zwei Jahre jünger als ich. Deren Vater Rudolf, genannt Rudi, trug um den rechten Arm eine Ledermanschette, die seine Hand fast unbeweglich machte, was ihn aber nicht hinderte, sehr zu unserer Freude auf dem Klavier zu spielen. Manchmal e...


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