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Die Handschrift der Sieger

Was uns die kyrillischen Inschriften im Reichstag zu Berlin sagen

  • Von Gerd Kaiser
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Am 3. Mai 1945, knapp eine Woche bevor die Wehrmacht in Berlin-Karlshorst bedingungslos kapitulierte, stand der Marschall der Sowjetunion Georgi Schukow mit einigen seiner engsten Mitarbeiter auf den Stufen des Reichstages. Noch Jahrzehnte später erinnerte er sich, dass dessen Wände »übersät« von den Inschriften der Sieger waren: »Jede Inschrift auf den geschwärzten Steinen war ein Urteil über den Faschismus.«

»Wir sind Leningrader«, »Wir verteidigten Odessa, Stalingrad - und kamen nach Berlin«, »Wir sind hierhergekommen, damit Deutschland nicht nochmals zu uns kommt«. Es sind Inschriften der Freude und der Erleichterung, dass der furchtbare Krieg sich dem Ende zuneigt. Inschriften der Hoffnung, bald wieder zurück in der Heimat zu sein, nach Jahren die Liebsten zu Hause umarmen zu können, mit den Seinen vereint zu sein. Inschriften des Stolzes, gesiegt, den Frieden erkämpft zu haben.

Zugleich dienten die von Kugeln durchlöche...


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