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Die Jauchegrube der Vergangenheit

Jonathan Littells kontrovers diskutierter Roman «Die Wohlgesinnten» wurde jetzt auch die Vorlage für eine Oper

  • Von Roberto Becker
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?« So leitet Thomas Mann sein biblisches Erinnerungsprojekt über Joseph und seine Brüder ein. Sollte man ihn auch ergründen und in ihn eintauchen, wenn er eine Kloake ist? Jonathan Littell hat die Frage mit »Ja, muss man« beantwortet und »Die Wohlgesinnten« geschrieben. Ein 1400-Seiten-Aufregerbuch. Weil darin der exemplarische Zivilisationsbruch des Holocaust, der kurz vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf das Konto der Deutschen geht, aus der Perspektive eines Täters verhandelt wird. Eines Mannes, der davongekommen ist, ohne sich für seine aktive Zeit bei der SS und deren Sondereinsatzkommandos verantworten zu müssen. Und der dem Grauen auf voyeuristische, manche sagen pornografische, Weise so nahe kommt, dass nicht nur ihm davon gelegentlich übel wird.

Aviel Cahn, der Intendant der Flämischen Zweistädteoper Antwerpen-Gent, hat Händl Klaus (Jg. 1969)...


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