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Rückwärtsgang bei E-Tretrollern

Kurt Stenger über das Unverständnis des Verkehrsministers für neue Mobilität

  • Von Kurt Stenger
  • Lesedauer: 1 Min.

»Der Elektroroller strahlt Lifestyle aus und bescheinigt seinem Fahrer einen innovativen und aufgeschlossenen Charakter«, heißt es auf einer Testseite gängiger Modelle. Von solcher Strahlkraft wollte auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) etwas abhaben, der per Verordnung die bis 30 Stundenkilometer schnellen Zweiräder zulassen will. Mit seinem dummen Vorschlag, langsamere Modelle auf die Gehwege zu lassen, hat er diese Chance aber völlig verspielt. Die Warnrufe aller Experten und der politische Gegenwind waren so stark, dass er diesen Passus nun beerdigen musste.

Ohnehin geht es um viel mehr als eine rasche Zulassung neuer Techniken, die der Minister ja so liebt - nämlich um eine urbane Verkehrswende. Vor vielen Jahrzehnten wurden die Verkehrswege der Städte auf Automobilität ausgerichtet und die anderen Teilnehmer an den Rand gequetscht. Ausgerechnet diese nehmen seit geraumer Zeit dank neuer Gefährte wie den boomenden E-Bikes und Pedelecs sowie des Dauerstaus spürbar zu, was aus Umweltgründen wünschenswert ist. Damit stellt sich die Flächenfrage: Für den Autoverkehr, der auch wegen der Dieselfahrverbote abnehmen wird, muss der Platz mittelfristig verengt werden. Dafür braucht es mehr Busspuren und breitere Radwege, keinesfalls die Öffnung der Fußwege für Zweiradverkehr. Es ist nicht damit getan, dass der Minister den Rückwärtsgang bei E-Tretrollern findet.

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