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Hungerlohn trotz teurer Schuhe?

Südwind-Institut fordert vom Sportartikel-Hersteller Adidas mehr Einsatz für bessere Bezahlung in den Produktionsländern

  • Lesedauer: 2 Min.

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Bonn. Das entwicklungspolitische Südwind-Institut wirft dem Sportartikel-Hersteller Adidas mangelnden Einsatz für existenzsichernde Löhne in seinen Produktionsländern vor. Die Südwind-Mitarbeiterin Sabine Ferenschild will diese Kritik, autorisiert durch den Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, auf der Adidas-Hauptversammlung am Donnerstag in Fürth thematisieren, wie Südwind am Mittwoch in Bonn mitteilte.

»Da die Adidas AG seit vielen Jahren ihre selbst gesteckten Ziele, den Beschäftigten in der Adidas-Wertschöpfungskette eine faire Entlohnung zu zahlen, verfehlt, kann ich Vorstand und Aufsichtsrat nicht meine Stimme zur Entlastung geben«, sagte Ferenschild.

Von der Adidas AG gab es zunächst keine Stellungnahme. Die Expertin verwies darauf, dass Adidas Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien ist, das sich für existenzsichernde Löhne in den Wertschöpfungsketten der Mitgliedsunternehmen einsetzt. Konkret kritisiert Südwind vor allem die Situation in Kambodscha, wo Adidas den Angaben nach fast ein Viertel seiner Kleidung produzieren lässt. Der dortige Mindestlohn von umgerechnet 158 Euro im Monat reiche zum Leben nicht aus, erklärte das Institut. Eine typische vier- bis fünfköpfige Familie bräuchte monatlich 274 Euro. Dennoch beteilige sich Adidas nicht an der ACT-Initiative für existenzsichernde Löhne.

Die Initiative, in der Textilunternehmen und Gewerkschaften zusammengeschlossen sind, bemühe sich seit einiger Zeit im Gespräch mit kambodschanischen Gewerkschaften, Regierung und Unternehmen um Tarifverhandlungen für den Textilsektor. Der kambodschanische Arbeitgeberverband habe aber im März zum Ausdruck gebracht, dass er keine Tarifverhandlungen beginnen werde ohne weitere Zusagen großer Marken, trotz steigender Löhne weiter in dem südostasiatischen Land produzieren zu lassen. »Adidas› Passivität in dieser Lage ist ein Schlag ins Gesicht aller Beschäftigten, die von ihren Löhnen nicht leben können«, sagte Ferenschild.

Südwind forderte Adidas auf, der ACT-Initiative in Kambodscha beizutreten und sich über das Textilbündnis für bessere Löhne in Kambodscha sowie im Produktionsland Indonesien einzusetzen. Über die Zahlung existenzsichernder Löhne müsse das Unternehmen in einem Stufenplan öffentlich Rechenschaft ablegen. epd/nd

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