Nach Suizidwelle vor Gericht

Ermittler werfen dem Ex-Chef der französischen Telekom und anderen Managern »organisiertes Mobbing« vor

  • Von Ralf Klingsieck
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Vor etwa zehn Jahren nahmen sich bei France Télecom 35 Mitarbeiter das Leben. Bis heute hat es gedauert, dass Angehörige und die Gewerkschaften die Justiz veranlassen konnten, den Ursachen der beispiellosen Suizidwelle nachzugehen. Seit dieser Woche stehen nun in Paris der damalige Vorstandsvorsitzende und weitere Spitzenmanager vor Gericht.

Dass sich in den Jahren 2008 und 2009 so viele mittlere und höhere Angestellte von France Télécom das Leben genommen haben und es noch einmal doppelt so viele versuchten, wurde damals sehr schnell damit in Verbindung gebracht, dass das einst staatseigene und seit 2006 schrittweise privatisierte Unternehmen unter scharfen Konkurrenzbedingungen auf dem Markt seinen Platz finden musste.

Als Handicap empfand die Direktion dabei, dass zwei Drittel der Beschäftigten Beamtenstatus hatten und damit unkündbar waren. Die Manager sahen jedoch vor, dass innerhalb von zwei Jahren 22.000 von insgesamt ...


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