Unten links

Ein Verlag lädt ein zur »ersten Berliner Read Parade«. Wo und wann? »18 Uhr Spreewaldplatz, Berlinkreuzberg: Mit Wagen, DJane Afagh Irandoost, David Wagner, Jan Böttcher, Simon Strauß, Reyhan Sahin aka Dr. Bitch Ray und andere.« Simon Strauß und Dr. Bitch Ray! Vielleicht kommen ja auch Durs Grünbein und Dr. Oetker! Außerdem natürlich: »Mit Food Truck, Djane, und unseren Autoren und Autorinnen.« Und mit falschen Kommas, versteht sich. Auch der Rest der E-Mail liest sich, als habe in den Verlagsräumen jemand die falschen Drogen in den Wasserspender geschüttet. Es gab einmal eine Zeit, als Literaturverlage sich noch nicht gebärdeten wie hysterische Teenager, die »Duden« für den Plural von »Dude« halten und stolz sind aufs eigene Analphabetentum, doch diese Zeit scheint vorbei zu sein. Denn auch vorm Literaturgeschäft darf die Eventisierung und Verblödung nicht halt machen. Sonst wären ja schlimmstenfalls mal zwei Minuten Ruhe zum Lesen. tbl

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung