Werbung

Horst herrscht halt gern über Körper

Lotte Laloire über die geplante Gesetzesänderung für Geschlechtsänderungen

  • Von Lotte Laloire
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Man muss nicht »trans«, »intersexuell« oder »queer« sein, um sich diese Woche wieder einmal zu ärgern. Das Bundesjustizministerium hat zusammen mit Horst Seehofers (CSU) Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat einen Reformvorschlag zum Transsexuellengesetz vorgelegt. Minimal erleichtert werden könnte dadurch die Beratung für Menschen, die ihren Geschlechtseintrag im Personalausweis ändern lassen. Diese Anpassung ist bisher sehr teuer und oft qualvoll.

Neu wäre laut dem Entwurf aber auch, dass Ehegatten zur Geschlechtsidentität der Person befragt werden – wie Zeugen nach einer Straftat. Was soll das? Nach der verfassungsgerichtlichen Anerkennung der Dritten Option ist die anhaltende Bevormundung einfach nur unverständlich. Ein trans Mann (ja, so schreibt man das) fragte mich deshalb: »Warum müssen wir überhaupt beraten werden?« Ich weiß es nicht.

Der Beratungszwang erinnert an den für Schwangere vor einem Abbruch. Als seien wir alle zu dumm, selbst zu wissen, wer wir sind (oder bei Abtreibung: wie viele Kinder wir haben wollen). Sind wir nicht! Gegen Horsts Herrschaft über unsere Körper sollten wir uns gemeinsam wehren. Mit auf die Barrikaden kommen können übrigens alle Demokraten, denn den Verbänden Betroffener wurden nur zwei Tage Zeit für ihre Stellungnahmen gelassen. Eine Frechheit!

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!