Werbung

Kap der Hoffnungslosen

Christian Selz über Südafrikas Jugend, die der Wahl fern blieb

  • Von Christian Selz
  • Lesedauer: 1 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Poster von Präsident Cyril Ramaphosa.
Poster von Präsident Cyril Ramaphosa.

Die absolute Mehrheit hat der African National Congress einmal mehr verteidigt, zumindest auf dem Papier. Das Vertrauen vor allem der Jugend hat Südafrikas einstige Befreiungsbewegung aber verloren. Die Hoffnung auf das »bessere Leben für alle«, das der ANC nach dem Ende der Apartheid versprochen hatte, ist längst verflogen. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 27 Prozent, nach der erweiterten Definition sind sogar über 40 Prozent ohne Job. Für die Schulabgänger von heute sieht es noch düsterer aus: Mehr als die Hälfte geht direkt in die Arbeitslosigkeit, ohne wirkliche Hoffnung, jemals eine feste Stelle zu finden. 55 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Die Quittung bekam der ANC, der seit 1994 mit absoluter Mehrheit regiert, nicht auf dem Wahlzettel, sondern durch Missachtung. Nur etwa die Hälfte der 18- bis 30-Jährigen hatte sich überhaupt zur Wahl registriert - sechs Millionen Menschen, denen die alten Heldengeschichten aus dem Anti-Apartheid-Kampf nichts mehr bedeuten. Die abgehängten Jugendlichen in den Townships gehen aber auch nicht zur Opposition, nein, sie haben jede Hoffnung in das von Korruption zerfressene politische System verloren. Präsident Ramaphosa setzt nun auf internationale Investoren. Mit dem gleichen Konzept war der ANC schon in den 1990ern gescheitert.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!