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Berliner Antifa wehrt sich

Seriöse »New York Times« verbreitet Fake News

  • Von Claudia Krieg
  • Lesedauer: 2 Min.

Es war ein überraschender Fall von Fake News bei der sonst so seriösen »New York Times«: Vor einigen Tagen schrieb das Flaggschiff der US-amerikanischen Medien über angebliche Verbindungen zwischen den Berliner Gruppen Antifa Westberlin und North East Antifa (NEA) und der russischen Regierung. Diese finanziere die Gruppen mit dem Ziel, die EU zu destabilisieren, behauptete die hundertfach mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnete Zeitung. Hintergrund waren Verbindungen der AfD zur russischen Nationalpartei Einiges Russland.

Der einzige Anhaltspunkt für die schweren Vorwürfe: Ein gemeinsam von den Gruppen und einer der russischen Regierung nahestehenden Hackergruppe genutzter anonymer Webseitenserver. Offensichtlich war die US-amerikanische Zeitung einer Agenturmeldung aufgesessen und hatte es nicht für nötig erachtet, die von den Vorwürfen betroffenen Gruppen damit zu konfrontieren.

»Um eine schnelle Schlagzeile zu generieren, die in die allgemeine westliche Propaganda passt, wird offensichtlich schnell auch auf die bürgerlichen journalistischen Standards verzichtet«, kritisierten die beiden Berliner Gruppen am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung. Man frage sich daher, warum die »New York Times«, statt »absurde« Vorwürfe zu erheben, nicht über die Menschen berichte, mit denen sich NEA und Antifa Westberlin regelmäßig solidarisch erklären: Menschen, die sich in Russland regelmäßig rechten und nationalistischen Kräften entgegenstellen und dafür vom russischen Geheimdienst wegen »Terrorverdacht« inhaftiert und nachweislich gefoltert würden.

Auch für eine linke Kritik an der EU-Politik brauche man angesichts der Menschenrechtsverbrechen, die in ihrem Namen begangen würden, keine Legitimation, schon gar nicht von Russland.

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