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Eine Lektion für Generäle

Philip Malzahn über den Mut der Protestbewegung in Sudan

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: 1 Min.

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Eine Demonstrantin im Sudan formt mit ihrer Hand das Siegeszeichen, während sie ihr Kind in einer Straße auf dem Arm hält, die zu der Sit-In-Demonstration vor den Militär-Hauptgebäude führt.
Eine Demonstrantin im Sudan formt mit ihrer Hand das Siegeszeichen, während sie ihr Kind in einer Straße auf dem Arm hält, die zu der Sit-In-Demonstration vor den Militär-Hauptgebäude führt.

Die Demonstranten machen alles richtig. Das zeigt die Entscheidung des Militärrats, die abschließenden Verhandlungen über die geplante Übergangsphase für 72 Stunden zu vertagen. Die Generäle scheinen nämlich irgendwas falsch verstanden zu haben: Mit dem Versprechen, eine Zivilverwaltung einzurichten, mindert sich nicht das Recht auf Protest, es vermehrt sich. Kein Wunder also, dass am Mittwochabend, als Sicherheitskräfte versuchten, die vielen Sitzblockaden und Barrikaden im Stadtzentrum Khartums zu räumen, die Menschen auf der Straße klar und deutlich geantwortet haben: Nein!

Die anschließende gewalttätige Eskalation, als Sicherheitskräfte mit scharfer Munition in die Menge schossen, ist die Folge eines naiven Irrglaubens: Dass die Menschen die Straßen räumen, auf denen sie einen Diktator zu Fall gebracht haben. Doch mit einem in Aussicht gestellten Stück Kuchen lassen sich die Menschen in Sudan nicht mehr locken. Seit fünf Monaten riskieren sie ihr eigenes Leben für ein besseres und haben schon jetzt etwas für unmöglich Gehaltenes erreicht: Eine Allianz aus diversen Parteien, Gewerkschaften, Bauern und Intellektuellen mit dem Ziel, die alten Machstrukturen endgültig zu zerschlagen. Erst am Mittwoch hatte das Militär dieser Allianz 67 Prozent der Sitze im Parlament zugestanden. Die Generäle müssen verstehen: in Zukunft bedeutet das nicht weniger Protest, sondern mehr!

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