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  • Klimaneutralität beim SV Babelsberg

Milchfrei zum Sieg

Der SV Babelsberg treibt das Projekt eines klimaneutralen Fußballstadion voran. Das hat nun Auswirkungen auf den Getränkekonsum der Fans

  • Von Lucas Roignant
  • Lesedauer: 3 Min.

Der SV Babelsberg ist schon seit Langem kein normaler Fußballverein. Er und seine Fans verorten sich betont links im politischen Spektrum. Kampagnen gegen Homophobie und Rassismus sind keine Seltenheit, sondern Normalität. So hatte der Klub auch eine der ersten Mannschaften für Geflüchtete eingerichtet. Nun wurde der Regionalligist aus Potsdam zum Vorreiter in einem ganz anderen Bereich. Der Kiezverein hat sein Karl-Liebknecht-Stadion zur ersten milchfreien Fußballarena der Welt gemacht.

Die Initiative entstand aus einer Partnerschaft mit dem in Schweden anfangs der 1990er gegründeten Hafergetränkehersteller Oatly. Der bietet nachhaltige Alternativen zur gängigen Milch von Kühen, die zu den stärksten Treibhausgasverursachern gehören. Die Produktion der Haferdrinks verursache dagegen rund 70 Prozent weniger Treibhausgase als die von Kuhmilch, wirbt Oatly, dessen Engagement für die Umwelt nun also von einem Klub aus der Regionalliga Nordost geteilt wird. »Der SV Babelsberg ist nicht nur irgendeine Plattform für einen Werbepartner, sondern auch eine Wertegemeinschaft«, sagte Babelsbergs Vorsitzender Archibald Horlitz bei der Vorstellung der Zusammenarbeit.

Getränke, die Kuhmilch enthalten, werden also seit dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen Rot-Weiß Erfurt im »Karli« nicht mehr verkauft. Im Cappucino ist jetzt Hafermilch, dazu wurde ein Schokodrink des neuen Sponsors kostenlos angeboten. Da Milch und Kaffee im Stadion nicht die am häufigsten verkauften Getränke sind, dürfte die Änderung zwar eher gering ausfallen. Doch Verein und Unternehmen betonen, die Welt auch mit kleinen Dingen im Alltag verbessern zu können.

Die Zusammenarbeit fügt sich in das vom Verein betriebene Projekt »Grünes Stadion« ein, das Babelsberg 03 als umweltfreundlichen Fußballklub etablieren soll. So hat er 2017 begonnen, seine Spielstätte mit dem Ziel umzubauen, es in ein komplett C02-neutrales Stadion zu verwandeln. Das Renovierungsprogramm umfasst eine Photovoltaikanlage auf dem Tribünendach und ein effizienteres Gebäudemanagement, das Energie- und Heizkosten senken soll. Auch diesen Bereich unterstützt der neue Geldgeber, so dass laut Verein schon ab der kommenden Heizperiode bis zu 117 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden könnten. Beide Partner planen zudem weitere Aktivitäten mit dem Ziel, die Fußballfans auf die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen.

»Das grüne Stadion ist in der Welt des Fußballs wegweisend. Wir sind davon überzeugt, dass andere Klubs dadurch ermutigt werden, dem Vorbild des SV Babelsberg 03 zu folgen«, sagte Tobias Goj, Geschäftsführer von Oatly in Deutschland. »Wir hatten eigentlich kein Fußballsponsoring geplant. Aber wenn ein Viertligist, also ein relativ kleiner Verein ein CO2- neutrales Stadion umsetzen will, dann wollen wir dabei mithelfen«, ergänzte Goj, der selbst aus Potsdam kommt und daher den Verein gut kennt. Beide Seiten erwarten eine langfristige und erfolgreiche Kooperation. Sogar sportlich könnte das klappen. Das erste Spiel im milchfreien Stadion gewannen die Babelsberger gegen Erfurt mit 3:1.

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