Aktenberge als Splitterbomben

Überführung der Stasi-Akten in das Bundesarchiv

  • Von Simone Barrientos und Karsten Krampitz
  • Lesedauer: ca. 8.0 Min.
Archiv der Stasi-Unterlagenbehoerde in Berlin Lichtenberg.

Der Kalte Krieg ist zu Ende, und das vielleicht auch auf dem Gebiet der DDR-Geschichte. Jedenfalls deutet einiges darauf hin. Die Debatte zum Arbeiter- und Bauernstaat hat in den meisten Medien einen sachlichen Ton gefunden. Ob beim Deutschlandfunk oder im »Tagesspiegel«, im dreißigsten Jahr nach dem Herbst ’89 hat in den Berichten zur DDR die Lautstärke abgenommen. Ungeachtet der Forderung, bis zum Jahr 2030 leitende Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst auf eine MfS-Vergangenheit zu überprüfen, ist das DDR-Bild in den meisten Medien erheblich differenzierter als noch vor zehn Jahren. Allenfalls die Springerpresse und rechtskonservative Blogger fordern heute noch, dass die DDR in der Erinnerungslandschaft der Deutschen den gleichen Raum einnehmen soll wie das verbrecherische NS-Regime. Mit einem Schlussstrich hat das nichts zu tun; Geschichte ist nie abgeschlossen. Allein schon, weil jede Generation das Recht hat, die Geschichte noch ein...

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