E-Tretroller

Berge von Elektroschrott

Stefan Otto über die Einführung von E-Tretrollern

Von Stefan Otto

Wer sich von E-Scootern einen großen Beitrag zur Verkehrswende verspricht, wird wohl enttäuscht werden. Der Bundesrat stimmte am Freitag für die Einführung, nun muss Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) noch eine Verordnung ändern, damit die Roller ab Sommer auf die Straße können. E-Tretroller werden wohl vor allem ein Phänomen großer Städte sein. Verleihfirmen sind dort schon startbereit - und manche werden darin vor allem Vorteile sehen: Die Roller sind handlich und in etwa so schnell wie ein Fahrrad. So manche Taxifahrt könnte damit wegfallen. Sie werden auf Radwegen fahren, wo sie wegen ihrer Geschwindigkeit auch hingehören. Das wird den Druck in den Städten erhöhen, mehr Radwege zu schaffen und Autospuren zu beschneiden. Zweifellos ein positiver Effekt. In diese Richtung sollte die Verkehrsentwicklung gehen.

Aber umweltfreundlich sind die E-Scooter trotzdem nicht. Ihre Technik ist nämlich anfällig. Das US-Wirtschaftsmagazin »Quartz« hat Daten für Louisville ausgewertet, wo ein Leih-Tretroller im Schnitt gerade mal 29 Tage hält. Ein E-Scooter-Hype wird also einen riesigen Berg Elektroschrott erzeugen. Nun gibt es Firmen wie Hive und Tier, die schon bald robustere Roller anbieten wollen. Die hochbeanspruchten Leihgeräte sollen dann etwa ein Jahr halten. Schon besser, aber bei weitem nicht ausreichend. Es bleibt dabei: Die Ökobilanz eines Fahrrads ohne Elektroantrieb ist weitaus besser.

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