Werbung

Die Macht der Fusion

Ulrike Kumpe über die Machtprobe des Neubrandenburger Polizeipräsidenten

  • Von Ulrike Kumpe
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Erst gab die Polizei bekannt, dass sie eine Wache auf dem Gelände des unkommerziellen Musik- und Kulturfestivals »Fusion« Ende Juni aufstellen und auf dem Gelände patrouillieren will. Dann kam alles noch viel besser – Räumpanzer, Wasserwerfer, Einsatz von Bundeswehrsoldaten, 1000 Beamte vor Ort. Das angedachte Konzept der Polizei ist auf Eskalation ausgerichtet. Neubrandenburgs Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch hat damit einen Machtkampf angezettelt. Die Linken, und das ist genau der Punkt, sollen sich der Polizei unterwerfen. In den meisten Fällen gewinnt die Polizei.

Doch die Fusion hat auf ihrer Seite so einiges zu bieten. Was Hoffmann-Ritterbusch nicht berücksichtigt hat, ist dass es bereits über 20 Jahre miteinander funktioniert hat. Blind ist das polizeiliche Auge auch dahingehend, das nicht nur die Fusion, sondern der Kulturkosmos insgesamt ein Wirtschaftsfaktor in der dünn besiedelten Region geworden ist. Hier hopsen nicht einfach 300 Linksradikale über die Wiese. Übers Jahr gesehen zieht der Kulturkosmos mehr als 70 000 Menschen in die Region.

Lesen sie auch zum Thema: Mit Wasserwerfern gegen Festivallinke.

Ein Scharmützel mit Schwerverletzten in Lärz könnte Kulturliebhabende vertreiben und Anwohner*innen nachhaltig verunsichern, was auch den Lärzer Bürgermeister von der CDU und andere Anwohner*innen zum Protest für die Fusion auf die Straße trieb. Das »quasi-militärische« Szenario, stößt auch der LINKEN auf, so dass das Polizeikonzept im Schweriner Landtag verhandelt werden. Diese und viele weitere Faktoren sprechen dafür, das die Fusion die Probe gewinnt.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!