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Kein Abend, kein Morgen

Wir wissen, dass in Guantanamo gefoltert wird - aber können wir es begreifen?

  • Von Sebastian Köthe
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Vor mehr als 17 Jahren, am 11. Januar 2002, wurden die ersten Gefangenen nach Guantanamo Bay entführt. Insgesamt 779 Menschen wurden offiziell dorthin verschleppt, darunter etwa 21 Kinder und ein 89-Jähriger. Bloß acht von ihnen wurden von den nicht-rechtstaatlichen Militärkommissionen verurteilt. 40 sind bis heute dort; die meisten von ihnen wurden nie eines Verbrechens angeklagt und gelten dennoch als sogenannte »forever prisoners« (ewige Gefangene).

Während sich um die Rahmendaten schnell wissen lässt, ist es kaum zu begreifen, was diese Ewigkeit, Entrechtung und Folter für die Gefangenen bedeuten. Ahmed Rabbani, der seit 17 Jahren in extralegaler US-amerikanischer Gefangenschaft ist, schreibt in einem Gastkommentar in der »L.A. Times«: »Wenn mir jemand einen guten Morgen wünscht, dann antworte ich nicht mehr. Es gibt keinen Morgen und keinen Abend, nur noch Verzweiflung.« Während wir von außen Tage, Monate und Jahre unterschei...


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