Feiern und Spalten

Das EU-Kulturhauptstadtprogramm als Vehikel »unternehmerischer« Stadtpolitik

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Bei »Kultur« denken viele an das Hehre und Wahre. Das seit 34 Jahren bestehende EU-Kulturhauptstadtprogramm hat aber einen prosaischeren Hintergrund. Es taucht in den 1980ern quasi aus den damals sprichwörtlichen »Milchseen« auf. Seinerzeit sehen viele Menschen die Gemeinschaft zunehmend skeptisch, was viel mit einem nervendes agrarpolitisches Hickhack um Produktionsquoten zu tun hat.

Indem man sich auf griechische Initiative darauf verständigt, ab 1985 Kulturhauptstädte auszurufen, will man dem begegnen. Das Programm soll, schreibt vor einigen Jahren der Historiker Jürgen Mittag, dem ominösen »Europa der Bürger« Inhalt geben, das der EU-Enthusiast Jean Monnet ausgerufen hatte, es soll Identifikation stiften, eine europäische Idee.

Doch steht in der Praxis, so Mittag, ein solcher Europa-Idealismus nur kurz im Mittelpunkt. Nur die ersten Kulturhauptstädte, also Athen (1985), Florenz (1986), Amsterdam (1987), Paris (1989) und -...


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