Sie nennen ihn Wolf

Muslim »Borz« Zhulagow ist Kind und Kampfsportler aus Tschetschenien.

  • Von Philip Malzahn (Text) und Johanna-Maria Fritz (Fotos)
  • Lesedauer: ca. 11.5 Min.
43 Kämpfe, 42 Siege – Bilanz eines zehnjährigen MMA-Champions

Muslim steht alleine auf dem Bürgersteig in Grozny. Nur seine schwarze Sporttasche schmückt den staubigen Asphalt vor seinem Wohnblock. Der karge Plattenbau am Rande der tschetschenischen Hauptstadt, wo er mit Mutter, Vater und seinen drei Geschwistern wohnt, verblasst unter der steilen Mittagssonne. Der kleine Junge mit den strohblonden Haaren knetet sich nervös das Ohr. Er wartet auf seinen Vater, der ihn abholen soll, um ihn zu einer seiner vielen Untersuchungen zu geleiten. Von Kopf bis Fuß testen dann die Ärzte seine Reflexe und fragen ihn, ob er Schwierigkeiten hat, sich an Dinge zu erinnern. Ob er gut in der Schule vorankommt und ob es ihm schwerfällt, sich zu konzentrieren. Das sind alles wichtige Fragen an einen Zehnjährigen, dessen Körper schon in diesem zarten Alter schwer lädiert ist. Ein gebrochenes Bein, eine gebrochene Nase, ein gebrochenes Ohr, mehrere Gehirnerschütterungen - der Anfang einer langen Krankheitsakte, die ...


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