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Wagenknecht will bis Herbst weitermachen

Bartsch: Keine »chaotischen Verhältnisse« in der LINKEN produzieren

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Der Fraktionschef der LINKEN im Bundestag, Dietmar Bartsch, plädiert dafür, erst im Herbst über die Nachfolge seiner Ko-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht zu entscheiden. Angesichts der »desolaten« Lage der Großen Koalition »kann man nicht ernsthaft jetzt in der LINKEN chaotische Verhältnisse produzieren«, erklärte Bartsch am Montag im ZDF-»Morgenmagazin«. Deshalb werde er bei der anstehenden Sitzung des Fraktionsvorstands sich dafür einsetzen, »dass wir nicht jetzt wählen«, sondern erst nach den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachen und Thüringen.

Wagenknecht hatte im März angekündigt, bei der nächsten Wahl zum Fraktionsvorsitz nicht wieder anzutreten. Als Grund nannte sie gesundheitliche Probleme. Wagenknecht habe immer gesagt, bis zu einer Neuwahl an der Fraktionsspitze zu bleiben, unterstrich Bartsch. Entschieden werden müsse noch über den Zeitpunkt der Wahl. »Aber ich werde nachhaltig dafür plädieren, das nicht etwa im Juni zu machen. Wir haben nur noch zwei Sitzungswochen, wir haben drei Wahlkämpfe. Und deshalb glaube ich, dass wir das zu einem späteren Zeitpunkt machen werden«, so Bartsch.

Wagenknecht hat sich unterdessen bereiterklärt, die Linksfraktion noch bis Herbst mitzuführen. Zuletzt war diskutiert worden, die Fraktionsspitze vor der Sommerpause neu zu besetzen. Ihr persönlich wäre das lieber gewesen, erklärte sie. »Aber es gab die ausdrückliche Bitte der ostdeutschen Landesvorsitzenden, mit Blick auf die Wahlkämpfe im Osten jetzt keine Wahlen in der Fraktion durchzuführen.«

Hinzu komme die allgemeine politische Unsicherheit aufgrund des desolaten Zustands von Schwarz-Rot, so Wagenknecht weiter. »Dietmar Bartsch hat mich deshalb gebeten, dass wir die Wahlen auf Herbst verschieben. Das habe ich akzeptiert.« Den genauen Termin müsse jetzt die Fraktion beschließen. Agenturen/nd

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