Werbung

68 Prozent der geschützten Amazonas-Gebiete bedroht

Studie: Infrastrukturprojekte bedrohen einen Großteil der geschützten Gebiete von Brasiliens indigener Bevölkerung

  • Lesedauer: 2 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

São Paulo. Mehr als 68 Prozent der von indigenen Gemeinden bewohnten Schutzgebiete in der brasilianischen Amazonas-Region sind durch Abholzung und Bergbau in Gefahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichte Studie des Instituts Socioambiental zusammen mit anderen Forschungseinrichtungen, wie das Nachrichtenportal »O Globo« berichtete. Rund 390 Millionen Hektar sind aktuell als Schutzgebiete für indigene Bevölkerungsgruppen im Amazonas ausgewiesen. Das entspricht rund 62 Prozent des gesamten Regenwaldes, der sich auch über die Grenze nach Ecuador, Kolumbien, Bolivien, Peru, Surinam und Französisch-Guayana erstreckt.

Vor allem Infrastrukturprojekte wie der Bau von Wasserkraftwerken oder die Förderung von Bergbau und illegaler Abholzung des Regenwaldes bedrohen die Lebensgrundlage der seit vor der Kolonisierung dort ansässigen Bevölkerung. Die Studie führt auf, dass insbesondere der Ausbau des staatlich geförderten Straßen- und Schienennetzes von derzeit 26.000 Kilometern auf 136.000 Kilometern quer durch den Amazonas eine der größten Gefahren für die Existenz der indigenen Bevölkerung sei.

Außerdem übt die Bergbauindustrie Druck auf die Bewohner der geschützten Gebiete aus. 22 Prozent der dort lebenden Gemeinden hätten bereits Drohungen und Aggressionen von Verantwortlichen für Bergbauprojekte erlebt, heißt es in der Studie. Minenunternehmen seien für einen großen Teil der illegalen Abholzungen des Regenwaldes und für die Vertreibung von indigenen Gemeinden verantwortlich.

Der rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro will den Amazonas zur wirtschaftlichen Ausbeutung freigeben, worauf die Agrar- und die Minenindustrie drängen. In Brasilien befindet sich rund die Hälfte aller weltweit geschützten Flächen, fast ein Drittel des Landes zählt dazu. Dennoch hat die illegale Abholzung des Amazonaswaldes in den vergangenen Jahren wieder erschreckende Ausmaße erreicht. Insgesamt leben dort etwa 436 indigene Völker, das größte von ihnen sind die Tikuna mit 40.000 Angehörigen. Einige Völker, wie das der Awá, zählen nur noch wenige Hundert Angehörige. Zusammen bewohnen sie ein Gebiet von 1,2 Millionen Quadratkilometern, einer Fläche, die zweimal so groß wie Frankreich ist. Sie sind durch die Pläne Bolsonaros direkt in ihrer Existenz bedroht. epd/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!