Mietendeckel

Börsenschreck Rot-Rot-Grün

Nicolas Šustr über Kursverluste bei Wohnkonzernen

Von Nicolas Šustr

Panik in der Immobilienblase. Denn: Das Risiko sei wieder gestiegen, dass sich die Politik in den deutschen Wohnungsmarkt einmische, heißt es in einer am Freitag erschienenen Studie der Investmentbank Morgan Stanley. Wirklich ein Unding, dass die Berliner rot-rot-grüne Koalition einfach so Dinge in die Hand nimmt, um die der Bund sich schon vor Jahren hätte kümmern müssen. Die Ankündigung, mit dem Berliner Mietendeckel ab 2020 für fünf Jahre die Mieten in der Hauptstadt einzufrieren, ließ den Kurs der Deutsche-Wohnen-Aktie von Mittwoch bis Freitagnachmittag um satte 15 Prozent absacken. Vonovia, Deutschlands größter Immobilienkonzern, büßte an der Börse immerhin fünf Prozent seines Werts ein.

Mit Wonne blicken Mieter und linke Aktivisten auf die nach unten knickenden Aktiencharts. Und die Kursentwicklung zeigt, dass die Anleger den Auftragsstudien der Immobilienwirtschaft über die angebliche Verfassungswidrigkeit eines Mietendeckels keinen Glauben schenken. Dabei wurde in Berlin gerade erst angefangen, die Finanzwirtschaft aus dem Wohnungsmarkt hinauszudrängen. Noch bis Freitag werden Unterschriften für das Volksbegehren »Deutsche Wohnen & Co enteignen« gesammelt. Zehntausende sind schon zusammengekommen, aber jede weitere zusätzliche Unterschrift erhöht den Druck, damit wirklich etwas geschieht.

Und wer weiß, vielleicht nimmt die Geschichte noch eine ironische Wendung und es könnte am Ende billiger sein, die Konzerne einfach an der Börse zurückzukaufen, als für die Sozialisierung zu entschädigen.