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Fortsetzungswahn in der Gamingbranche

Game Releases: Jedi-Ritter und echte Nazis

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Knapp zwei Monate sind es noch bis zur nächsten Gamescom in Köln. Dort geben sich alljährlich die Großen der modernsten Branche der Unterhaltungsindustrie die Hand und präsentieren der (Gaming-)Welt ihre allerneusten Trailer und Gameplay-Eindrücke. Grund genug sich einmal anzuschauen, welche Titel uns im dritten und vierten Quartal 2019 laut Ankündigung der Publisher bereits erwarten: Vor allem Fortsetzungen zu bekannten Reihen stehen hoch im Kurs.

Activision verspricht mit dem sechzehnten Teil der Call of Duty-Reihe »Modern Warfare« dasselbe, wie in unzähligen Teilen zuvor: Wir dürfen uns Onlineschlachten mit von Energydrinks aufgeputschten Minderjährigen freuen, die unentwegt unsere Mütter beleidigen. Einziger Unterschied und vielleicht bahnbrechende Neuerung: Erstmals soll sogenanntes Crossplay, also Matchmaking zwischen PC- und Konsolenspieler*innen möglich sein. Im Singleplayer-Modus von »Modern Warfare« soll man übrigens auch in der Rolle der Heldin Farah Karim spielen können, die laut den Entwickler*innen unter dem Eindruck der gegen den IS kämpfenden, kurdischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ entstanden ist.

Noch im Juli soll der neueste Teil der Wolfenstein-Reihe, »Youngblood«, erscheinen. Das Abenteuer um die Töchter des bisherigen Protagonisten B.J. Blazkowicz bietet nicht nur CoOp-Action, sondern auch erstmals »echte Nazis«. Bisher fielen die virtuellen Gegner in der deutschsprachigen Version nämlich der Zensur zum Opfer, was zu teilweise absurden Szenen führte (nd berichtete). Nach der geänderten Rechtsauffassung der USK scheint sich das aber zu ändern; im deutschen Trailer war erstmals von »Nazis« statt »Regimesoldaten« die Rede. Vielleicht darf man in Wolfenstein nun endlich Antifaschist sein.

Ein weiterer Klassiker erhält eine Fortsetzung. In »Borderlands 3« aus dem Hause Gearbox kehren wir nach Pandora zurück, wo mittlerweile ein irrer Kult das Sagen hat. Viel Neues muss man bei dem familienfreundlichen Gemetzel aber nicht erwarten. Das Setzen auf Altbewährtes ist die aktuelle Kinderkrankheit der Branche.

Aus dem Hause Electronic Arts wurde Spieler*innen abermals ein Singleplayer-basiertes Star-Wars-Game versprochen, und als Fan kann man sich nur wünschen, dass dieses Versprechen in »Star Wars: Jedi Fallen Order« eingehalten wird. Die Chancen stehen gut. Vergangenes Wochenende wurde auf der Spielemesse E3 in Kalifornien ein knapp fünfzehnminütiges Gameplay-Video gezeigt, das uns auf Ereignisse mitnimmt, die zwischen den Episoden III und IV spielen sollen. Als überlebender Jedi-Ritter soll man die Resistance gegen das Imperium unterstützen. Das Gameplay erinnert dabei stark an »Uncharted«, »God of War« und »Titanfall«, man kann also gespannt sein, wie viel Eigenes noch in dem Titel steckt.

Gespannt sein darf man auch auf die Xbox-Nachfolgerin »Scarlett«. Die neue Konsole aus dem Hause Microsoft soll 2020 in den Handel kommen und startet auch mit einem alten Bekannten der Branche. Im angekündigten »Halo: Infinite« übernimmt man abermals die Kontrolle über den Master Chief, der erneut die letzte Hoffnung der Menschheit gegen Außerirdische sein wird.

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