Werbung

Interregnum in Kasachstan

Felix Jaitner über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen

  • Von Felix Jaitner
  • Lesedauer: 1 Min.

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Als Interregnum bezeichnet der marxistische Politiker und Philosoph Antonio Gramsci Übergangsphasen der Krise, in denen »das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann«. Die Wahl Kasym-Schomart Tokajews zum kasachischen Präsidenten steht im Zeichen eines solchen Interregnums. Denn der 66-Jährige repräsentiert nicht nur aufgrund seines fortgeschrittenen Alters das »Alte«, er steht auch für die sowjetisch sozialisierte Gründergeneration des seit 1991 erstmalig unabhängigen Kasachstans. Als Nachfolger des inzwischen 79 Jahre alten Langzeitpräsidenten Nursultan Nasarbajew fällt ihm die heikle Aufgabe zu, eine geregelte Machtübergabe einzuleiten. Eine schwierige Aufgabe für das zwischen China und Russland eingeklemmte Land, das im Innern durch eine Mischung aus Zuckerbrot (Wirtschaftswachstum) und Peitsche (Autoritarismus) versucht, die Bevölkerung ruhig zu halten.

In Gestalt der postsowjetischen Generation steht das »Neue« seit einigen Jahren bereits in den Startlöchern, doch die von ihr beanspruchten Führungspositionen in Staat, Politik und Wirtschaft werden seit Jahren blockiert. Denn die Herrschenden fürchten nicht nur unkontrollierte Konflikte zwischen den Eliten, sondern auch die Möglichkeit, dass das Volk bei dieser wichtigen Entscheidung ein Wörtchen mitreden möchte.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!