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Die perfekte Müllhalde

Bernd Zeller empfiehlt der CDU-Chefin gute Bilder - die sind mit einer Wanderung im Hochgebirge leicht zu bekommen

  • Von Bernd Zeller
  • Lesedauer: 4 Min.

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Unser heutiger Bericht ist inspiriert von der Nachricht, dass es am Mount Everest durch den Massentourismus immer mehr Müll gibt. Noch versinkt nicht der höchste Berg der Erde im Müll, aber die Müllabfuhr ist ein Problem, das man in der Umgebung des höchsten Punktes der Erde bisher in dem Ausmaß nicht kannte.

Da drängt sich geradezu die Frage auf: Ist das nicht der richtige Ort für Müll?

Und zwar für den gesamten Müll der Industrieländer und der restlichen Weltbevölkerung.

Es beginnt schon mit der nicht stattfindenden Geruchsbelästigung, denn die Kälte und die dünne Luft verhindern ein Ausbreiten des Geruchs, zumal die meisten Menschen, die davon etwas abbekämen, mit Sauerstoffmasken unterwegs sind.

An diesem Zustand dürfte auch die Klimaerwärmung nichts ändern, denn in der Höhe gibt es weder Wetter noch Klima. Daher hätte es auch kaum klimaschädigende Auswirkungen, wenn sich die Massen an Müll unter dem eigenen Gewicht erwärmen.

Wir meinen beim Müllproblem zu gutgläubig, wir hätten wegen Trennung und Recycling keine Umweltschuld auf uns geladen, doch der Müll, der nur in andere Länder exportiert wird, gilt als recycelt. Für den Mythos als Exportweltmeister mag das nützen, und es wird auch verständlich, wieso unsere Handelspartner der Auffassung sind, wir exportieren zu viel. Der Binnenmarkt bringt diesbezüglich keine Entlastung, darum kann man nicht einfach sagen, dann sollen sie eben weniger importieren. Wir bezahlen für die Müllexporte, und diesmal liegt das nicht am Euro.

Die Vermüllung des Meeres und die Belastung mit Plastikpartikeln mögen manche Ostseeurlauber als Rache an den Quallen sehen, aber im Müll baden will ja doch wieder niemand, auch wenn man in der Hitze häufig keine Wahl hat. Der Punkt ist, dass die Verbringung des Weltmülls in den Himalaja mit den Vorteilen beworben werden könnte, die sie tatsächlich hätte. Den Supermarktkunden kann gesagt werden, dass sie wieder Plastiktüten benutzen können, denn sie gelangen nicht ins Meer, sondern ins Hochgebirge. Die Auffüllung der Täler würde den Bergtourismus sicherer machen. Die Berge selbst könnten noch höher werden. Der Ausstieg aus der Müllverbrennung könnte noch von dieser Koalition beschlossen werden, also noch vor der Sommerpause, denn wie es nach dem Sommer weitergeht, ist unklar. Die Kanzlerin hat eingeräumt, dass die bisherige Klimapolitik »Pillepalle« war, dafür gebührt ihr schon der nächste Ehrendoktortitel einer Eliteuniversität. Verdient hätte sie auch mal wieder ein Titelbild einer großen Zeitschrift, aber das wird sie nicht mehr schaffen, die Plätze haben Robert Habeck, den der »Stern« zum nächsten Kanzler ausgerufen hat, und Kevin Kühnert, der laut Recherchen des »Spiegel« SPD-Vorsitzender werden muss. Das ist in der Informationsgesellschaft so, da wird das politische Spitzenpersonal von der Presse aufgestellt. Die Leser sind schließlich zugleich die Wähler, Unterhaltung brauchen alle. Wem die neuen Spitzenpolitikergesichter noch nichts sagen: Der aussieht wie ein Bösewicht aus Batman, das ist Robert Habeck, und der wie ein Bösewicht aus James Bond aussieht, ist Kevin Kühnert. Bibi und Tina für Fortgeschrittene sind Manuela Schwesig und Malu Dreyer.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat es immerhin geschafft, das Markenzeichen AKK zu etablieren, aber ohne Qualitätsmagazin-Titelbild wird sie den Wählern nicht vermittelt werden können, sie hat auch kein Prägungsvorbild in der Populärkultur. Ihre einzige Chance bestünde in der Aktion, persönlich eine Mülltonne ins Himalaja-Gebirge zu ziehen und den Müll dort zu entsorgen. Natürlich muss sie nicht den ganzen Weg zu Fuß gehen, nur die letzten Kilometer. Die Fotografen müssen es ja auch schaffen. Dies jedoch nur ein Mal, danach ist das eine Aufgabe für die Bundeswehr, genauer für die Berater, die doch noch etwas zu leisten haben für ihr Geld.

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