Kältekur mitten im Sommer

Ein Parcours des Stillstands: »Drei Tage auf dem Land« am Nationaltheater Weimar

  • Von Gunnar Decker
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Das Leben ist voller Tücke, selbst dann, wenn man absolut nicht daran teilhaben will. Was geht mich der betriebsame Unsinn der anderen an! Aber schon das Aufstellen eines Liegestuhls als Synonym subversiven Nichtstuns wird hier gleich zu Beginn zur quälenden Geduldsprobe. Warum nur ist alles so kompliziert, wenn es doch auch einfach sein könnte?!

Wer hat das bloß erfunden, dass man vor dem Nichtstun immer etwas tun muss, etwas, das man garantiert nicht gut kann und einen vor allen anderen gaffenden Müßiggängern bloßstellt? Etwa diesen blöden, immer falsch zusammenklappenden Liegestuhl aufzustellen! Demütigender als Liegestühle sind bloß noch Zelte.

So beginnt am Nationaltheater Weimar in der Regie von Juliane Kann die schwierige Symbiose von Landleben und Müßiggang in Patrick Marbers »Drei Tage auf dem Lande«. Dem Stück liegt ein anderes zugrunde: Iwan Turgenjews »Ein Monat auf dem Lande«, geschrieben 1855, uraufgeführt 1872. Turgenjew...


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