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Die Medienmacht der Fußballklubs

Schlechte Zeiten für unabhängigen Sportjournalismus: Wenn der Gegenstand der Berichterstattung über sich selbst berichtet

  • Von Claas Hennig und Michael Rossmann
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Skurril: Thomas Müller redet am Medientag der Münchner im vereinseigenen FCBAYERN.TV, Journalisten sitzen im leeren Presseraum.

Julian Brandt hatte etwas zu sagen. Und er tat dies exklusiv im klubeigenen TV-Sender seines neuen Arbeitgebers Borussia Dortmund. Der Nationalspieler durfte in einem 3:14 Minuten langen Spot erläutern, warum er von Bayer Leverkusen zum BVB wechselte. Zuvor war der aufsehenerregendste Transfer der vergangenen Wochen über diverse soziale Vereinskanäle verkündet worden. Klassische Medien hatten an diesem Tag Ende Mai keine Gelegenheit, mit dem 23-Jährigen zu sprechen.

Diese Vorgehensweise der Bundesligavereine ist schon längst nichts Außergewöhnliches mehr. Die vereinseigenen Medien gewinnen im Profifußball seit Jahren an Bedeutung - auf Kosten des Journalismus. »Die Machtverhältnisse haben sich verändert«, glaubt Thomas Horky, Professor für Sportkommunikation an der Macromedia Hochschule in Hamburg. Immer mehr exklusive Inhalte von Spielern, Trainern, Verantwortlichen und aus den Vereinen wandern im digitalen Zeitalter in die Socia...

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