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Bei Abschiebungen plötzlich einig

Die Anarchistin Olga ist aus Russland in die Ukraine geflohen, weil sie sich dort sicher wähnte. Jetzt soll sie ausgewiesen werden. Doch zu Hause droht ihr Gefängnis. Sie ist kein Einzelfall.

  • Von Bernhard Clasen
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Mit leiser Stimme beginnt die blonde, kurzhaarige, 21-jährige Olga im Zentrum von Kiew, in einem Café am Bessarabischen Markt, zu erzählen. Ihren Nachnamen nennt sie nicht. Olga nutzt kein Mobiltelefon, sie ist nirgendwo gemeldet. Seit Januar hat die russische Staatsbürgerin, die aus ihrer Heimat aus Angst vor politischer Verfolgung in die Ukraine geflohen ist, keine Aufenthaltsgenehmigung mehr. Die haben ihr die ukrainischen Migrationsbehörden entzogen. Aus politischen Gründen.

Vor ihrer Flucht aus Russland lebte die ausgebildete Köchin in Rjasan. Dort arbeitete sie in verschiedenen Kantinen und Restaurants, auch jetzt in Kiew schlägt sie sich als Köchin durch. Ihr inzwischen verstorbener älterer Bruder war Anarchist, erzählt Olga. Das habe sie sehr beeindruckt, und so habe auch sie sich für anarchistische Ideen zu interessieren begonnen. Doch die 500 000-Einwohner-Stadt Rjasan ist nicht so politisiert wie beispielsweise Sankt Pe...


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