»Wir sind eine Adresse für Unmut«

Katja Kipping will gesellschaftliche und parlamentarische Kämpfe miteinander verknüpfen

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
LINKEN-Parteichefin Katja Kipping

Nachdem sie bei der EU-Wahl nur 5,5 Prozent der Stimmen erhalten hat, diskutiert die LINKE, welche eigenen Fehler dazu beigetragen haben. Welche Ursachen sehen Sie?

Das Ergebnis ist ein Warnsignal. Ein Problem war, dass die alles dominierende Gretchenfrage lautete: Wie hältst du es mit der EU, bist du für oder gegen Europa? Auf unserem Europaparteitag im Februar wollten etwa 45 Prozent der Delegierten mit der Vision einer Republik Europa in den Wahlkampf ziehen. Mindestens genauso viele haben für eine schärfere Kritik an der EU plädiert. Als Parteispitze haben wir die verbindende Position gestärkt, dass wir ein anderes Europa wollen. Trotzdem sind wir offenbar mit unserer Haltung zur EU als »unsichere Kantonisten« wahrgenommen worden.

Das zweite Problem war, dass offensichtlich vielen unsere Funktion im Europaparlament unklar war. Denn bei den Kommunalwahlen, die parallel stattfanden, haben unsere Ergebnisse meist über denen ...

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