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Hilfsorganisation fordert IS-Kinder nach Deutschland zurückzuholen

Situation in den Flüchtlingslagern muss dringend entschärft werden / 117 Kinder haben mindestens ein deutsches Elternteil

  • Lesedauer: 2 Min.

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Berlin. Die Hilfsorganisation medico international sieht die Bundesregierung in der Pflicht, deutsche Anhängerinnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und deren Kinder aus den syrischen Flüchtlingslagern nach Deutschland zurück zu holen. Die Frauen hätten sich schließlich in Deutschland radikalisiert, bevor sie ins »Kalifat« der Dschihadisten nach Syrien gereist seien, sagte die medico-Referentin für Syrien, Türkei und den Nordirak, Anita Starosta, am Dienstag in Berlin. Werde die Lage in den Camps nicht bald entschärft, wachse dort die nächste Generation von Terroristen heran.

Nach Angaben von Starosta sind in dem von Kurden verwalteten Flüchtlingscamp Al-Hol in Nordsyrien rund 70.000 Menschen untergebracht. Ursprünglich sei das Lager für 20.000 Flüchtlinge ausgelegt gewesen. Es gebe in dem Camp einen Bereich, in dem rund 10.000 IS-Anhänger*innen aus 70 Ländern dieser Welt ausharrten. Bei dem überwiegenden Teil sei nicht klar, was mit ihnen geschehen solle. Dabei sei eine Deradikalisierung dringend notwendig - auch der Kinder, die zum Teil zu Selbstmordattentätern erzogen worden seien.

Die Bundesregierung führt nach eigenen Angaben in Nordsyrien derzeit keine Verhandlungen über die IS-Gefangenen, da es sich bei den Kurden um »nichtstaatliche Akteure« handele. Starosta betonte, dass wenn ein politischer Wille da wäre, eine Rückholung mit Hilfe von internationalen Organisationen über den Nordirak durchaus möglich wäre. Im nordirakischen Erbil hat Deutschland ein Generalkonsulat. Laut medico gibt es bereits Angebote, die Frauen und Kinder in den Irak zu bringen. Dort könnten sie abgeholt und nach Deutschland gebracht werden. Regierungsvertreter anderer Länder seien auch schon direkt in Nordsyrien gewesen, fügte Starosta hinzu.

Nach Erkenntnissen von medico halten sich derzeit 117 Kinder, die mindestens einen deutschen Elternteil haben, in syrischen Camps auf. Dort wisse man auch mehr als 120 IS-Anhängerinnen mit Deutschlandbezug - 90 hätten die deutsche Staatsbürgerschaft. epd/nd

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