Kein Markt regelt das

Marie Frank zum Rausschmiss der Armen aus der Stadt

  • Von Marie Frank
  • Lesedauer: 1 Min.

Investoren feiern sich gerne auf elitären Gelagen mit elenden Phrasen. Nach dem Motto: Ist so schön billig alles, lass es uns teurer machen, verwandeln sie ganze Kieze in Spekulantenträume. Auch die widerständige Rigaer Straße ist von dieser Entwicklung leider nicht gefeit. Der Immobilienkonzern CG Gruppe, der dort besonders aktiv ist, wäscht seine Hände in Unschuld: Wir haben niemanden verdrängt, das hier war eine unbewohnte Brache und wir brauchen doch mehr Wohnungen, heißt es scheinheilig.

Das mag sein, aber zur Wahrheit gehört auch, dass nicht jede Brache gleich potenzielles Bauland für profitgierige Bauherren ist. Brachen sind auch Freiräume, in denen sich alternative Projekte verwirklichen lassen. Außerdem brauchen wir zwar mehr Wohnungen, aber welche, die sich auch alle leisten können. Und wenn in der Rigaer Straße teure Luxuswohnungen entstehen, hat das Auswirkungen auf den Kiez. Denn die neuen, gut betuchten Bewohner*innen werden die Gegend nachhaltig verändern. Und wenn die einen Menschen den Träumen der anderen Menschen weichen müssen, muss man sich über wütende Reaktionen nicht wundern.

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