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DGB bemängelt Umgehung des Mindestlohns

Vorstandsmitglied Körzell: »1,8 Millionen Menschen werden um den gesetzlichen Mindestlohn betrogen« / Erhöhung der Lohnuntergrenze gefordert

  • Lesedauer: 2 Min.

Berlin. Das DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell hat Arbeitgeber für die Umgehung des Mindestlohns kritisiert. »1,8 Millionen Menschen werden um den gesetzlichen Mindestlohn betrogen«, erklärte er in der »Saarbrücker Zeitung«. »Nimmt man die Branchenmindestlöhne hinzu, sind es 2,2 Millionen Menschen.« Die Bundesregierung müsse »endlich handeln«, forderte Körzell. Es müsse direkt am Arbeitsplatz überprüft werden können, ob der Mindestlohn gezahlt und die Arbeitszeiten eingehalten werden.

»In den allermeisten Fällen lassen Arbeitgeber ihre Beschäftigten länger arbeiten, als vertraglich vorgesehen ist«, erläuterte Körzell die Praxis in den Umgehungsfällen: »Auch unrealistisch hohe Leistungsvorgaben, die nur durch unbezahlte Mehrarbeit zu stemmen sind, gehören zum Alltag vieler Niedriglöhner.«

Generell sei der Mindestlohn aber durchaus eine Erfolgsgeschichte. »3,6 Millionen Beschäftigte haben vom Mindestlohn profitiert, besonders Frauen«, sagte Körzell weiter. Allein im sächsischen Gastgewerbe seien die Löhne seit 2015 um 20 Prozent gestiegen. Um einen armutsfesten Mindestlohn zu haben, brauche es aber eine Erhöhung auf zwölf Euro, betonte er. Zurzeit liegt der Mindestlohn bei 9,19 Euro.

Der Sozialverband VdK forderte den Gesetzgeber auf, entschlossen gegen »Tricksereien« durch Arbeitgeber vorzugehen. Dazu seien bessere Kontroll- und Sanktionsmechanismen nötig, mahnte VdK-Präsidentin Verena Bentele am Mittwoch. Sie verlangte zudem einen Mindestlohn von über 12,80 Euro, damit Arbeitnehmer eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhielten. Agenturen/nd

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