Sehnenrisse und Nervenschäden

Gefährliche Antibiotika auf Basis von Fluorchinolonen werden trotz Nebenwirkungen noch zu oft verschrieben

  • Von Alice Lanzke
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.
Der Rote-Hand-Brief warnt vor neu erkannten Nebenwirkungen von zugelassenen Arzneimitteln.

In Deutschland werden immer noch häufig Fluorchinolone verschrieben: eine Antibiotikagruppe, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann. Obwohl diese Risiken schon seit Jahren bekannt sind, erhielten 2018 mehr als drei Millionen aller gesetzlich krankenversicherten Patienten hierzulande entsprechende Präparate. Das ist das Ergebnis einer Berechnung des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK (WIdO). 40 000 der Patienten könnten, so die Hochrechnung des WIdO, von Sehnenrissen, Schädigungen des Nervensystems sowie der Hauptschlagader betroffen sein.

Mit Antibiotika werden Infektionen behandelt, die durch Bakterien ausgelöst werden. Im europäischen Vergleich werden diese in Deutschland zwar seltener verschrieben - ihr Verbrauch stieg hierzulande allerdings zwischen 1994 und 2014 nach Angaben des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm an. 2018 wurden nach Erfassung des WIdO 310 Millionen ...

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