Sechs glorreiche Halunken

Eine Klage über die gesellschaftliche Wirklichkeit Südafrikas: der Neo-Western «Five Fingers for Marseilles»

  • Von Felix Bartels
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Die einzige Art Veränderung hier ist die Zuspitzung.« Wenn so ein Satz in einem südafrikanischen Film fällt, will das was heißen. Vielleicht, dass die Überwindung der Apartheid zugleich den Abbruch einer umfassenderen Entwicklung markierte, einer, die über die juristische Form hinausgeht. Dieser Film spielt - es gibt einen Sprung von 20 Jahren - in zwei verschiedenen Zeiten, und zugleich spielt er mit ihnen, indem sich das alte und das neue Südafrika kaum unterscheiden: Kein Fortschritt, keine Prosperität, kein Zuwachs an Glück wird am Gefälle kenntlich. Nur die Schusswaffen sind moderner.

Wir sehen Ewigkeit von der unheimlichen Sorte. Alles ist Landschaft, Sonnenlicht und trockene Weite. Die Gleise, auf denen nie ein Zug fährt, führen ins Nichts. »Die Erde«, heißt es, »ist unsere Heilige Schrift. Sie war vor uns da und wird nach uns da sein.« Die Vormacht der Natur gegenüber der Gesellschaft wird dort geglaubt, wo die Gesellschaft die ...


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