Realistischer »Tiger«

Wie sich Frankreich an den Frieden erinnert. Von Ralf Klingsieck

  • Von Ralf Klingsieck
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Die Unterzeichnung des Versailler Vertrages am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal des Schlosses war bis ins Detail inszeniert. Der Vorsitzende der Konferenz, der französische Regierungschef Georges Clemenceau, hatte darauf bestanden, der deutschen Delegation gegenüber eine Gruppe französischer »Gueules cassées« zu platzieren - Soldaten, denen Granatsplitter einen Teil des Gesichts weggerissen hatten, mit ihrem entstellten Antlitz ein Zeugnis der Gräuel des Krieges waren. Auch dass der seit Jahresbeginn im Pariser Außenministerium am Quai d’Orsay und diversen Residenzen ausgehandelte Friedensvertrag überhaupt in Versailles unterzeichnet wurde, ging auf ihn zurück. Damit wollte er Deutschland die Erniedrigung heimzahlen, dass das Deutsche Reich am 18. Januar 1871 nach dem schmählich verlorenen Krieg in jenem Königsschloss ausgerufen worden war, das von Frankreichs Glanz und Größe zeugt.

Clemenceau, langjähriger Abgeordneter und Minister, der i...

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