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Diplomatischer Sieg für Venezuela

Martin Ling über die Rückkehr des deutschen Botschafters nach Caracas

  • Von Martin Ling
  • Lesedauer: 1 Min.

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Daniela Vogl (l), Geschäftsträgerin, und Daniel Kriener (r), deutscher Botschafter in Caracas, werden von Juan Guaido (M.), selbst ernanntem Interimspräsident von Venezuela, in der Nationalversammlung empfangen.
Daniela Vogl (l), Geschäftsträgerin, und Daniel Kriener (r), deutscher Botschafter in Caracas, werden von Juan Guaido (M.), selbst ernanntem Interimspräsident von Venezuela, in der Nationalversammlung empfangen.

Venezuelas Diplomatie behält das Heft des Handelns in der Hand: Caracas gestattet dem im März aus Venezuela ausgewiesenen deutschen Botschafter Daniel Kriener die Wiedereinreise. Die Entscheidung folgte auf ein bilaterales Treffen. Damit ist der erste Schritt zu einer »Normalisierung« der Beziehungen zwischen Venezuela und Deutschland getan.

Offenkundig hat das deutsche Außenministerium erkannt, dass es sich mit der vorschnellen Anerkennung des selbsternannten Präsidenten Juan Guaidó ins diplomatische Abseits begeben hat. Dass Kriener den Oppositionsführer Guaidó bei dessen Rückkehr nach Caracas damals am Flughafen begrüßt hatte, war der Anlass für seine Erklärung zur Persona non grata.

Dass sich die Bundesregierung mit ihrer Anerkennung Guaidós auf fragwürdige Wege begeben hatte, unterstrichen jüngst auch zwei Gutachten des Bundestages, die von der Linksfraktion in Auftrag gegeben worden waren. Demnach seien bis zum Fall Guaidó nur Staaten, nicht jedoch Regierungen förmlich anerkannt worden.

Um die »Normalisierung« abzuschließen, müsste Berlin flugs die Anerkennung Guaidós zurücknehmen und auf den norwegischen Pfad einschwenken: Oslo setzt zur Lösung des Konflikts in Venezuela auf einen Dialog ohne Parteinahme. Die nächste Verhandlungsrunde ist in Planung.

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