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Diskrete Militärs

Moritz Wichmann über Trumps Mini-Militärparade zum Unabhängigkeitstag

  • Von Moritz Wichmann
  • Lesedauer: 1 Min.

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So ähnlich hatte Donald Trump sich das für den 4. Juli vorgestellt: Eine ordentliche Militärparade, wie hier beim Veterans Day in New York 2013.
So ähnlich hatte Donald Trump sich das für den 4. Juli vorgestellt: Eine ordentliche Militärparade, wie hier beim Veterans Day in New York 2013.

Am 4. Juli feiern die Vereinigten Staaten landesweit ihre Unabhängigkeit, normalerweise mit Feuerwerk und Picknick, mit Besäufnissen und Flaggenwedeln. Doch unter Donald Trump ist nichts normal. Der Möchtegern-Potentat hatte schon zu seiner Amtseinführung versucht, Panzer vorfahren zu lassen. Doch das US-Militär wiegelte ab, bremste aus, zierte sich – damals wie heute.

Das mag vielleicht ungewöhnlich erscheinen. Doch tatsächlich handelt die US-Armee nur gemäß amerikanischer Tradition. Schon Dwight Eisenhower, Weltkriegsgeneral und US-Präsident, war zwar kein Pazifist, fand aber, Militärparaden würden die Grausamkeit des Krieges beschönigen. Konsens war in den USA bisher: Eine Demokratie sollte ihr Militär nicht aggressiv vorzeigen, sondern ihre Überlegenheit lieber durch Gelassenheit zeigen, durch Picknicken eben. Eisenhower warnte in seiner Abschiedsrede vor zu viel Einfluss des Militärs und der Bildung eines »militärisch-industriellen Komplexes«.

Der ist mittlerweile Realität und meist unsichtbar, doch die Zurückhaltung, was Militärparaden angeht, hat überdauert. Statt rumpelnder Panzer auf der Pennsylvania Avenue stellten die Militärs Trump nur ein paar auf Anhängern aufgebockte Panzer zur Verfügung. Trumps martialische Parade schnurrte auf Tag-der-offenen-Tür-bei-der-Bundeswehr-Niveau zusammen.

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