Aus einem Land, das es nicht mehr gibt

Der DEFA-Indianerfilm »Weiße Wölfe« mit Gojko Mitić feierte vor 50 Jahren Premiere. Er wird nun wieder in Berlin gezeigt.

  • Von F. B. Habel
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Vor 50 Jahren erlebte Rolf Hoppe Freud und Leid der Popularität. Im Indianerfilm »Weiße Wölfe« von Konrad Petzold spielte er den abgefeimten Schurken Bashan. Am Ende des Films kommt es zu einer Schießerei, bei der er stirbt, wie auch der Sioux-Häuptling Weitspähender Falke, der von Gojko Mitić gespielt wird.

Nach diesem Film wurden Hoppes Töchter in der Schule gedisst, wie man heute sagen würde. »Dein Vater hat unseren Gojko umgebracht!«, hörten sie. Tatsächlich, so wie Hoppe ihn spielte, strahlte Bashan eine feiste Brutalität aus, eine grinsende Gefährlichkeit. Doch dabei übersah das Publikum, dass Bashan zuerst erschossen wurde. Erst danach wurde der Weitspähende Falke von einer Kugel getroffen. Dass Hoppe auf der Tour zu den Freilichtbühnen der Sommerfilmtage 1969 oft mit einem Konzert aus Buhrufen begrüßt wurde, nahm der Schauspieler als Anerkennung seines überzeugenden Spiels, und auch die Töchter lernten, sich zu verteidigen...


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