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  • Privateigentum

Dann werden alle mehr Wurst bekommen

Privateigentum wird gern zum Wohlstandsgaranten verklärt. In Wahrheit geht es um Verfügungsrecht, also Macht. Im Kapitalismus dreht sich alles darum

  • Von Sabine Nuss
  • Lesedauer: ca. 8.5 Min.

Wenn die Sorge um den Besitz jeweils Einzelnen vorbehalten ist, wird dies nicht die jeweiligen Vorwürfe produzieren; die Sorge um den Besitz wird so eher gesteigert, weil nun jeder Einzelne sich seinem Eigentum widmet.« Dieser Satz ist etwa 2.400 Jahre alt. Er stammt von Aristoteles. Mitunter wird er als Kronzeuge für die Vorzüge des Privateigentums zitiert. Das hat Gewicht. Schon Aristoteles habe das so gesehen, der bekannteste und einflussreichste Philosoph der Geschichte. Na dann.

Der »Wirtschaftsweise« Lars Feld erklärte jüngst, in einem Interview über Enteignung und Verstaatlichung befragt, ganz aristotelisch: »Ökonomisch betrachtet ist Privateigentum extrem wichtig, weil es sicherstellt, dass jeder mit seinem Besitz schonend umgeht, ihn weiterentwickelt und vermehrt.« Im Kern ist hier die herrschende Legitimation des Privateigentums ausgesprochen, sie lautet: Nur Privateigentum kann Wirtschaftswachstum und Wohlstand garanti...


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