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Bröckelndes Imperium

Hermannus Pfeiffer über die neue Strategie der Deutschen Bank

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: 1 Min.

Das Imperium der Deutschen Bank bröckelt seit Langem. Politisch mag dies aus linker Sicht durchaus wünschenswert sein. Doch dieses Mal sieht die geschäftliche Lage wirklich dramatisch aus, wenn selbst die Gewerkschaft ver.di die Kürzungspläne von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing »unterstützt«, die rekordverdächtige 18 000 Stellen kosten.

Möglicherweise hat der scheidende ver.di-Boss und Aufsichtsrat Frank Bsirske eine schwarz-rot-gold eingefärbte Brille auf, denn er hofft, dass der radikale Umbau die Arbeitsplätze in Deutschland »langfristig stabilisiert«. Die meisten Jobs dürften in den Investmenthochburgen London, New York und Hongkong gestrichen werden. Auch dort arbeiten freilich nicht allein zügellose Zocker; die meisten Mitarbeiter gehören nicht zu den 643 Angestellten, die jährlich eine Million Euro oder mehr kassieren. Doch selbst eine Stabilisierung in Deutschland ist unwahrscheinlich. So stimmen Sewings »Rosskur« offenbar auch die Fondsgesellschaft Blackrock und der Staatsfonds Katars als Großaktionäre zu - denen dürften Jobs in Deutschland, überhaupt Arbeitsplätze, ziemlich gleichgültig sein.

Die Bank hat mit hausgemachten Problemen zu kämpfen. Diese werden noch verschärft durch die digitale Transformation und die neue Konkurrenz von Internetgiganten - die Geldbranche insgesamt steht laut Bundesbank vor dramatischen »strukturellen Veränderungen«. Das Imperium dürfte auch künftig bröckeln.

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