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Opferberatung für Polizisten geplant

Im vergangenen Jahr wurden in Berlin 6959 Einsatzkräfte der Polizei im Dienst angegriffen.

  • Lesedauer: 2 Min.

Die Berliner Polizei will intern eine bessere psychologische Betreuung und Beratung für ihre Leute anbieten. Dazu soll demnächst eine interne »Ansprechstelle Gewalt gegen Polizisten« eingerichtet werden. Das kündigte Polizeipräsidentin Barbara Slowik an. »Dort können sich unsere Kollegen hinwenden, wenn sie Gewalt erfahren.« Slowik betonte: »Ich halte das für sehr wichtig, weil die Zahlen steigen. Es gibt einen dringenden Bedarf, das brauchen wir für unsere Leute, davon bin ich überzeugt.«

Im Jahr 2018 wurden in Berlin 6959 Polizisten im Dienst angegriffen oder wie es offiziell hieß »Opfer einer Straftat gegen die Freiheit und körperliche Unversehrtheit«. Ein Jahr zuvor waren es 6811. Von den Polizisten aus dem Jahr 2018 wurden 1608 leicht und elf schwer verletzt.

Slowik sagte, die Ansprechstelle mit zunächst zwei oder drei Leuten solle ganz konkret Hilfe leisten. Dazu gehöre psychologische Unterstützung und in schweren Fällen auch Hinweise zu einer tiefergehenden Beratung. Ebenso sollen Fragen zur Unfallversicherung und Beihilfe für Beamte geklärt werden. Auch der Wunsch, eine Dienststelle oder einen Einsatzbereich zu wechseln, könne eine Rolle spielen, ohne dass direkt der Vorgesetzte eingeschaltet werde. Die Ansprechstelle solle direkt per Telefon und Mail erreichbar sein.

Am meisten seien die Besatzungen der Streifenwagen der Gewalt von Angreifern auf der Straße und in Wohnungen ausgesetzt, sagte Slowik. »Die Kollegen wissen bei einem Alarm vorher nie, in welche Situation sie da reingeraten: eine Schlägerei oder Gewalt in einer Familie und plötzlich zieht einer ein Messer.« Schon bei routinemäßigen Fahrzeugkontrollen müssten die Polizisten inzwischen höchst achtsam sein, weil der Respekt vor der Polizei in Teilen der Bevölkerung geschwunden sei. Das gelte besonders auch für jüngere Menschen, sogar Jugendliche.

Aber auch die Bereitschaftspolizisten von den Einsatzhundertschaften, die Gewalt bei Demonstrationen erlebten, könnten sich bei der Ansprechstelle melden, sagte Slowik. Auch Mitgliedern der Spezialeinsatzkommandos (SEK), die zur Festnahme von Gewalttätern gerufen würden, stehe die Beratung offen.

Die neue Beratungsstelle solle an die schon vorhandene Sozialbetreuung angegliedert werden. Man werde klein anfangen und dann beobachten, wie groß der Bedarf und die Nachfrage seien. dpa/nd

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