»Für mich ist Schluss mit Gequatsche«

Flüchtlinge oder Geflüchtete? Eine wichtige Frage, findet Birgit Huber. Aber es reicht nicht, nur zu reden

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Birgit Huber, seit 2002 Geschäftsführerin des DRK-Krankenhauses Clementinenhaus

Sie leiten seit fast 20 Jahren eine Klinik. Wie fühlt man sich als Bonze?

Ich bin kein Bonze. Ich gehöre eher zum mittleren Mittelstand. Mein Mann und ich, wir sind Double Income, No Kids, haben ein vernünftiges Einkommen und können uns relativ viel leisten. Wir haben einen kleinen Smart, sonst fahre ich nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das erdet einen immer wieder. Mein Mann ist Psychiater und Psychotherapeut, bekommt 90 Euro für eine Therapiestunde, aber wenn er am Wochenende Anträge schreibt, bekommt er dafür keinen Cent. 90 Euro zahle ich auch, wenn ich einmal im Quartal zur Kosmetikerin gehe. Da frage ich mich schon, ob das verhältnismäßig ist. Aber das ist ja sowieso eine Frage: Was ist gerecht und was nicht?

In einer Zeitung stand, Sie zählen sich zu den oberen Zehntausend.

Das ist Quatsch. Das habe ich nie gesagt.

Also sind Sie nicht reich?

Nein. Oder je nachdem. Natürlich führe ich ein reiches Leb...

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