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Pause im Machtkampf

Rechter »Flügel« und Fraktionschefin Weidel schließen Bündnis

  • Lesedauer: 3 Min.

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Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag
Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag

Berlin. Der völkisch-nationalistische »Flügel« der AfD unter Führung von Björn Höcke ist es einem Bericht zufolge gelungen, ein Bündnis mit Bundestags-Fraktionschefin Alice Weidel zu schließen. Nachdem Weidel einst treibende Kraft des Parteiausschlussverfahrens gegen Höcke war, hätten sich die beiden seit etwa einem Jahr mindestens dreimal getroffen und vereinbart, einander nicht mehr öffentlich anzugreifen, berichtet der »Spiegel« in seiner neuen Ausgabe.

Vermittelt wurde die Einigung demnach durch den rechten Verleger Götz Kubitschek. Weidel wisse längst, »dass die Partei Björn Höcke und sein Netzwerk nicht abschütteln kann, ohne Schaden zu nehmen«, sagte Kubitschek dem »Spiegel«. Bei den Treffen sei es um Strategiefragen gegangen. »Alle Beteiligten sind sich einig darin, dass die Befriedung der Partei eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt ist«, sagte der Verleger weiter.

Kubitschek ist ein Vertrauter Höckes und gilt als intellektueller Wegbereiter eines modern verbrämten Rechtsextremismus. Weidel sagte dem »Spiegel«, es sei ihr um Dialog gegangen: »Als Fraktionsvorsitzende verlangt man von mir zu Recht, dass ich ein gewisses Neutralitätsgebot einhalte.«

AfD-Vorsitzender will Höcke nach »Spiegel«-Informationen nicht werden. Auch sein Mitstreiter, der Brandenburger Landeschef Andreas Kalbitz, ist offenbar nicht interessiert. Kalbitz sagte dem Magazin: »Ich werde auf dem Bundesparteitag Ende des Jahres nicht als Bundessprecher kandidieren.« Er begründete dies damit, »dass die derzeitige innerparteiliche Situation einen Kandidaten erfordert, der als neutraler und ausgleichender wahrgenommen wird, als dies bei mir im Moment für manche der Fall zu sein scheint«.

Lesen sie auch zum Thema: Immer wieder Höcke. Auch mitten im Wahlkampf geht der Machtkampf in der AfD weiter. Von Robert D. Meyer

In der AfD tobt ein Richtungskampf zwischen dem völkisch-nationalistischen »Flügel« und den gemäßigteren Teilen der Partei. Höcke hatte vor einer Woche beim jährlichen Kyffhäuser-Treffen den Machtanspruch des »Flügels« geltend gemacht. Nach den Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen werde er sich »mit großer Hingabe und mit großer Leidenschaft der Neuwahl des Bundesvorstands hingeben«. Er fügte hinzu: »Und ich kann euch garantieren, dass dieser Bundesvorstand in dieser Zusammensetzung nicht wiedergewählt wird«.

Der jetzt pausierende AfD-interne Machtkampf zwischen dem radikalen und dem eher gemäßigten Lager startet die Partei in Brandenburg in ihre heiße Wahlkampfphase. Zum Wahlkampfauftakt am Samstag in Cottbus haben sich neben dem Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen die Spitzenkandidaten aus Brandenburg, Sachsen und Thüringen, Andreas Kalbitz, Jörg Urban und Björn Höcke angekündigt. Alle drei gehören dem rechtsnationalen »Flügel« an, der mit den Landtagswahlen in den drei Ländern an Einfluss gewinnen könnte. AFP/nd

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