Liebevolles Klischee

Die Deutschen lieben »Winnetou«, weniger aber die Auseinandersetzung mit der Geschichte des indigenen Nordamerika.

  • Von Julia Hummer
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Ich habe gesprochen - und meine Stimme wird weiterhin Gehör finden». Dieser Spruch steht auf einem Plakat, das Geronimo zeigt - einen Bedonkohe-Apachen, dessen Kampf gegen die Besetzung Nordamerikas im 19. Jahrhundert ihn berühmt gemacht hat. Bis heute leben in den USA und Kanada über 1000 unterschiedliche indigene Gesellschaften.

Spricht man in Deutschland über «Indianer» hat man meist ein ganz bestimmtes Bild vor Augen, von einem stolzen Mann mit Federhaube und Friedenspfeife, von Winnetou, der das Gras wachsen hört. Winnetou-Fans können derzeit in einigen deutschen Städten - meist Open Air - die «spannenden Stunden im Wilden Westen» aus den Abenteuerromanen Mays als Theaterstück erleben. Die nostalgische Kulisse ist dabei das ferne Amerika der Vergangenheit.

Der Filmemacher Red Haircrow kritisiert diese verengte Darstellung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas in seinem Dokumentarfilm «Forget Winnetou! Loving in the wron...


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