Werbung

Guter Glaube reicht nicht

Uwe Kalbe über Heiko Maas’ Vorschlag zur Seenotrettung

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: 2 Min.

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Das Bündnis der Hilfsbereiten, mit dem Außenminister Maas den bösen Buben in der EU ein wenig Menschlichkeit in den Weg schieben will, erinnert ein klein wenig an die Koalition der Willigen, mit denen George W. Bush einst gegen Irak ins Feld zog. Ein unsäglicher Vergleich - Maas will Flüchtlingen helfen, während der US-Präsident dafür sorgte, dass Menschen in Scharen davonliefen. Völlig unpassend also. Wirklich?

Die westlichen Verbündeten haben entscheidenden Anteil am Zustand der Länder, aus denen die Menschen heute fliehen. Die von NATO-Staaten angezettelten Kriege sind ein Teil dieser Ursachen. Deutschland beteiligte sich zwar nicht direkt am Krieg gegen Saddam Hussein; unterstützt hat es ihn doch. Dass Menschen weglaufen müssen, dagegen brauchte es längst ein Bündnis der Hilfsbereiten. Deutschland ist hier nicht auffällig geworden. Und trägt Mitschuld, dass sie auch auf und nach der Flucht keine Perspektive erhalten. Deutschland hat die Verlagerung aller Verantwortung an die EU-Außengrenzen quasi erfunden und jahrelang davon profitiert. Maas appelliert nicht an die Gutwilligen, sondern an die Gutgläubigen, wenn dieses System unangetastet bleibt. Was nichts daran ändert, dass man ihn in seinem Vorschlag unterstützen muss. Wenn es hilft, die Leute nicht ertrinken zu lassen und Gerettete in einen sicheren Hafen zu bringen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!